Solarparks als Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Bildquelle: solarcomplex
Freiland-Solarparks sollten so gestaltet werden, dass sie neben der Nutzung erneuerbarer Energie auch einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten. Dass dies durchaus möglich ist, zeigen gute Beispiele aus der Region wie der Solarpark Mooshof bei Bodman. Zwischen und unter den Panels kann eine artenreiche Wiese eingesät werden.
Ausrichtung der Panels
Neu ist, dass ein Teil der Panels in Ost-West-Richtung ausgerichtet wird. Dabei entstehen
allerdings relativ große Felder, unter denen die Belichtung nicht mehr für Wiesenpflanzen ausreicht. Hier werden wir versuchen, Waldsaumpflanzen anzusiedeln, die mehr Schatten vertragen. Damit schaffen wir Lebensraum für weitere Arten. Unter anderem um die Belichtung zu verbessern, werden wir diese Panels erstmals in V-Form anlegen anstatt in der gebräuchlichen Satteldach-Form. Wir sind gespannt auf das Ergebnis.
Beweidung mit Schafen
Die Gottmadinger Solarparks Katzental und Vorräzen sollen mit Schafen beweidet werden. Hier kann sich dann eine große Vielfalt an Insekten und Kleinlebewesen entwickeln, die wiederum größeren Tieren wie Vögeln und Reptilien als Nahrungsgrundlage dienen.

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Vögel wie die Goldammern, Feldsperlinge oder Stare nutzen solche Flächen gerne. Damit die Schmetterlinge und andere Insekten Zeit haben sich zu entwickeln, ist geplant abschnittsweise zu beweiden. So bleibt immer ein Teil der Wiese ungestört. Am Ende entstehen hier wieder große, bunte Wiesen, wie wir sie von früher kennen.
Aufwertung der Grünflächen und durchlässige Zäune
Insbesondere im Solarpark Katzental gibt es auch Grünflächen, die nicht mit Panels belegt werden. Diese Flächen werden unter Mithilfe des BUND Gottmadingen aufgewertet und sollen wieder zu wertvollen Magerrasen entwickelt werden, nachdem sie aufgrund ausbleibender Pflege zum Teil mit Gebüsch zugewachsen waren. Einige große Bäume, meist Eichen, bleiben stehen. Außerdem werden hier weitere Strukturen geschaffen wie z.B. Stein- und Holzhaufen, die Tieren als Unterschlupf dienen können. Für Vögel und Fledermäuse und auch für Wildbienen werden Nisthilfen angebracht.
Der Zaun bleibt unten offen, damit kleinere Tiere ein- und ausgehen können. Durch lockere Pflanzung von Sträuchern entlang des Zauns schaffen wir Nistmöglichkeiten für Vögel.
Verbesserung der Wasserqualität
Vom Solarpark Vorräzen erwarten wir uns als zusätzlichen Nutzen eine Verbesserung der Wasserqualität der dort liegenden Trinkwasserquelle. Da im Solarpark keine Düngung mehr stattfindet, sollte die Nitratbelastung des Quellwassers deutlich zurückgehen. Zur Zeit wird die Quelle als Trinkwasser-Reserve betrachtet. Das Wasser wird im Sommer für das Höhenfreibad verwendet und fließt ansonsten dem Naturschutzgebiet Hardtseen zu.