Das sind die wesentlichen Vorteile eines Solarparks vor Ort in kommunaler Hand

Die Energieversorgung in Deutschland verändert ihr Gesicht: Früher gab es wenige zentrale Großkraftwerke, heute entstehen in der Fläche viele tausend  Windenergie- und Photovoltaikanlagen. In der Zukunft wird der Großteil unseres Stroms dezentral vor Ort produziert werden. Das stellt die Gemeinden vor ganz neue Herausforderungen, bringt aber auch Vorteile und Chancen mit sich.

Die Gemeinde Gottmadingen hat sich dieser Veränderung und den damit verbundenen Herausforderungen gestellt und Flächen für die Energiegewinnung ausgewiesen. Von dieser Entwicklung kann die Gemeinde selbst, aber auch ihre Bürgerinnen und Bürger in unterschiedlicher Weise profitieren, vor allem wenn die Gemeinde direkt über ihre Tochter, die Kommunale Solarpark Gottmadingen GmbH & Co. KG, die Solaranlagen baut.

Finanzielle Beteilungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger

GeldanlageBei der Kommunalen Solarpark Gottmadingen GmbH & Co. KG  können sich die Bürgerinnen und Bürger vor Ort am Bau der ersten beiden Solarparks finanziell beteiligen. Bürgerinnen und Bürger können so am wirtschaftlichen Erfolg dieses Projektes teilhaben und mit ihrem Geld den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort unterstützen.

Mit einer festen Laufzeit bis 31.12.2031 und einer festen Verzinsung mit 3,35% werden dafür attraktive Konditionen geboten. Mit einer bewusst niedrigen Mindestanlage von 500 Euro ist diese Investitionsmöglichkeit bewusst  für eine möglichst breite Schicht von Anlegerinnen und Anlegern gedacht.

Dadurch, dass bei diesem Projekt den Anlegerinnen und Anlegern zuerst aus Gottmadingen und dann auch aus dem weiteren Umland eine finanzielle Beteiligungsmöglichkeit angeboten wird, wachsen das Umwelt- und Klimabewusstsein, das Nachhaltigkeitsbewusstsein und vor allem auch die Akzeptanz für erneuerbare Energien vor Ort.

Alle Informationen rund um die finanziellen Beteilungsmöglichkeiten einschließlich der Online-Zeichnungsmöglichkeit für entsprechende Nachrangdarlehen finden Sie auf der extra dafür eingerichteten Internetseite buergerbeteiligung.solarpark-gottmadingen.de.

Finanzielle Vorteile der Gemeinde

Die Gemeinde Gottmadingen profitiert in mehrfacher Weise finanziell von der Einrichtung der Solarparks, nämlich durch:

  • Gewerbesteuer
  • Abgabe nach § 6 EEG
  • Gebühr für die Bürgschaftsübernahme
  • und erhöhte Pachteinnahmen.

Gewerbesteuer

GewerbesteurerklärungProduziert ein Solarpark in einer Gemeinde Strom, profitiert sie von der Gewerbesteuer und das während der gesamten Betriebsdauer. Die Gewerbesteueraufteilung für Solarparks sieht vor, dass 90 Prozent der Gewerbesteuer auf die Standortgemeinde entfallen. Die restlichen 10 Prozent erhält die Gemeinde, in der sich die Betriebsstätte befindet. Da die Gemeinde über ihre Tochter, die Kommunale Solarpark Gottmdingen GmbH  Co. KG die Solarparks selbst betreibt, ist auch der Betriebssitz in Gottmadingen. Es bleiben also 100% der Gewerbesteuer vor Ort.

Allerdings muss man beachten, dass es einige Jahre dauern kann, bis die Gewerbesteuer tatsächlich erhoben werden kann. Es werden nämlich nur die Gewinne besteuert. Angesichts hoher Kredite, die jede Betreibergesellschaft für den Bau der Solarparks in der Regel aufnimmt, kann daher Zeit ins Land gehen, bis Gewinn entsteht, der besteuert werden kann.

Abgabe nach § 6 EEG

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die Basis für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland. Es bestimmt z.B. in welcher Höhe Strom aus Wind und Sonne vergütet wird. Seit dem 24.06.2021 ermöglicht das EEG 2021 auch den Betreibern großer Freiland-Photovoltaikanlagen die betroffenen Gemeinden finanziell an der Stromproduktion zu beteiligen: Pro erzeugter Kilowattstunde können 0,2 Cent in die Gemeindekasse fließen.
Bei einer Projektgröße von circa 11,8 MW beim Solarpark Katzental kann man im Durschnitt von einer Jahresstromproduktion von 11.800.000 Kilowattstunden und damit von einer Zahlung von rund 23.600 Euro pro Jahr ausgehen. Der Solarpark Vorräzen trägt mit seiner Leistung von circa 8,5 MW noch einmal rund 17.000 Euro bei, so dass insgesamt eine Summe von rund 40.000 Euro in die Gemeindekasse fließt.

Diese freiwillige finanzielle Abgabe kann vertraglich zwischen der Gemeinde Gottmadingen und der Kommunalen Solarpark Gottmadingen GmbH & Co. KG festgelegt und über die gesamte Laufzeit des Solarparks konstant geleistet werden.

Einen besonderern Vorteil bieten diese Einnahmen nach dem EEG: Sie werden beim kommunalen Finanzausgleich nicht berücksichtigt und bleiben daher auf jeden Fall in Gottmadingen.

Gebühr für die Bürgschaftsübernahme

Zur Finanzierung der beiden zu bauenden Freilandsolarparks in Vorräzen in Ebringen und Katzental in Gottmadingen benötigt die Kommunale Solarpark Gottmadingen GmbH & Co. KG ein Kreditvolumen von ca. 8.000.000 €. Dafür übernimmt die Gemeinde Gottmadingen als alleinige Gesellschafterin der Kommunale Solarpark Gottmadingen GmbH & Co. KG eine Bürgschaft zugunsten der Gesellschaft.
Dadurch verbessern sich grundsätzlich die Kreditkonditionen auf sogenannte Kommunalkreditkonditionen. Die Reduzierung des Kreditzinses liegt im Bereich von etwa 0,5 % auf den Nominalzins. Die Übernahme der Bürgschaft erfolgt auf die Laufzeit des Kredits von 20 Jahren um das Darlehen entsprechend abzusichern. Für diese Absicherung erhält die Gemeinde Gottmadingen von ihrer Tochtergesellschaft eine Gebühr. Man nennt diese Gebühr auch Avalprovision. Dies sind zu Darlehensbeginn immerhin rund 40.000 € pro Jahr. Dieser Betrag nimmt mit der Tilgung des Kredits dann zwar jährlich etwas ab, weil sich auch die Bürgschafts und damit das Risiko für das die Gebühr bezahlt wird, reduziert. Die Einnahmen fließen zur Stärkung der Erträge der Gemeinde in ihren Haushalt.

Erhöhte Pachteinnahmen als Landeigentümerin

Abschluss LandpachtvertragLandeigentümerInnen erhalten durch die Grundstückspacht für Solarflächen eine deutlich erhöhte Pacht und damit ein regelmäßiges Zusatzeinkommen. Der Faktor liegt beim gut Zehnfachen der normalen Landpacht für landwirtschaftliche Nutzung. Davon profitiert auch die Gemeinde Gottmadingen, die an jedem der beiden Parkstandorte über 50% der Flächen besitzt. Sie erhält für
den Standort im Katzental über 21.000 Euro Pachtzahlungen im Jahr und für den Standort Vorräzen in Ebringen gut 11.000 Euro.

Natur & Umwelt

Solarparks als Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Module und artenreiche Blumenwiese (Bildquelle solarcomplex)

Bildquelle: solarcomplex

Freiland-Solarparks sollten so gestaltet werden, dass sie neben der Nutzung erneuerbarer Energie auch einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität leisten. Dass dies durchaus möglich ist, zeigen gute Beispiele aus der Region wie der Solarpark Mooshof bei Bodman. Zwischen und unter den Panels kann eine artenreiche Wiese eingesät werden.

Ausrichtung der Panels

Neu ist, dass ein Teil der Panels in Ost-West-Richtung ausgerichtet wird. Dabei entstehen

allerdings relativ große Felder, unter denen die Belichtung nicht mehr für Wiesenpflanzen ausreicht. Hier werden wir versuchen, Waldsaumpflanzen anzusiedeln, die mehr Schatten vertragen. Damit schaffen wir Lebensraum für weitere Arten. Unter anderem um die Belichtung zu verbessern, werden wir diese Panels erstmals in V-Form anlegen anstatt in der gebräuchlichen Satteldach-Form. Wir sind gespannt auf das Ergebnis.

Beweidung mit Schafen

Die Gottmadinger Solarparks Katzental und Vorräzen sollen mit Schafen beweidet werden. Hier kann sich dann eine große Vielfalt an Insekten und Kleinlebewesen entwickeln, die wiederum größeren Tieren wie Vögeln und Reptilien als Nahrungsgrundlage dienen.

Schafe (Bildquelle solarcomplex)

Bildquelle: solarcomplex

Vögel wie die Goldammern, Feldsperlinge oder Stare nutzen solche Flächen gerne. Damit die Schmetterlinge und andere Insekten Zeit haben sich zu entwickeln, ist geplant abschnittsweise zu beweiden. So bleibt immer ein Teil der Wiese ungestört. Am Ende entstehen hier wieder große, bunte Wiesen, wie wir sie von früher kennen.

Aufwertung der Grünflächen und durchlässige Zäune

Insbesondere im Solarpark Katzental gibt es auch Grünflächen, die nicht mit Panels belegt werden. Diese Flächen werden unter Mithilfe des BUND Gottmadingen aufgewertet und sollen wieder zu wertvollen Magerrasen entwickelt werden, nachdem sie aufgrund ausbleibender Pflege zum Teil mit Gebüsch zugewachsen waren. Einige große Bäume, meist Eichen, bleiben stehen. Außerdem werden hier weitere Strukturen geschaffen wie z.B. Stein- und Holzhaufen, die Tieren als Unterschlupf dienen können. Für Vögel und Fledermäuse und auch für Wildbienen werden Nisthilfen angebracht.

Der Zaun bleibt unten offen, damit kleinere Tiere ein- und ausgehen können. Durch lockere Pflanzung von Sträuchern entlang des Zauns schaffen wir Nistmöglichkeiten für Vögel.

Verbesserung der Wasserqualität

Vom Solarpark Vorräzen erwarten wir uns als zusätzlichen Nutzen eine Verbesserung der Wasserqualität der dort liegenden Trinkwasserquelle. Da im Solarpark keine Düngung mehr stattfindet, sollte die Nitratbelastung des Quellwassers deutlich zurückgehen. Zur Zeit wird die Quelle als Trinkwasser-Reserve betrachtet. Das Wasser wird im Sommer für das Höhenfreibad verwendet und fließt ansonsten dem Naturschutzgebiet Hardtseen zu.

Beitrag zum lokalen Klimaschutz

Der Klimawandel ist auch in Deutschland angekommen. Schon heute spüren wir in Gottmadingen die Folgen durch sommerliche Hitzewellen und Trockenperioden sowie verstärkte Starkregenereignisse. Klimaforscher gehen davon aus, dass Extremwetterereignisse mit fortschreitendem Klimawandel noch zunehmen werden.

Es gibt nur einen Weg, diese Veränderungen zu bremsen. Der Ausstoß von Klimagasen wie CO2 muss deutlich niedriger und am Ende Null werden. Bis 2040 sollen die Treibhausgasemissionen in der EU um 90 % gegenüber 1990 sinken und bis 2050 soll die EU klimaneutral sein.

Wir in Deutschland spielen dabei eine zentrale Rolle und haben uns zur Klimaneutralität bis 2045 verpflichtet. Um den CO2-Ausstoß zu senken, soll in Deutschland der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung bis 2030 auf 80 Prozent und bis 2045 auf 100 Prozent steigen. Hierbei kommt dem Ausbau der Solarenergie eine bedeutende Rolle zu. Stattfinden muss dieser Umbau der Energieversorgung in vielen kleinen Schritten in den einzelnen Gemeinden. Dazu leisten großflächige Freiland-Solaranlagen einen wichtigen lokalen Beitrag.

Die Solarparks Katzental und Vorräzen und Klimaschutz in Zahlen

Installierte Leistung
0
kWh
angeonommener jährliche Stromproduktion aus beiden Parks
CO2 Kompensation
0
g
jährliche CO₂-Äquivalente Vermeidung pro kWh aus PV (2024)
0
t
CO₂-Ausstoß pro Kopf in Deutschland (2025)
Versorgte Haushalte
0
Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Gottmadingen (2025)
CO2 Kompensation
0
t
jährliche CO₂-Vermeidung aus beiden Parks
Co2 Fußabdruck
0
Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Gottmadingen
kompensieren Ihren jährlichen CO₂-Ausstoß

Berechnungsgrundlagen

Energieversorgung vor Ort

Energieversorgung vor OrtDie Gemeinde Gottmadingen hat sich bewusst entschieden, die Solarparks in der eigenen Hand zu behalten. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sind schon lange öffentliche Aufgaben. Auch eine regionale Stromversorgung zählt für die Gemeinde Gottmadingen dazu. Damit steigt die kommunale Energiesouveränität.

Die Energiekrisen und die daraus resultierenden Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern zeigen, wie abhängig unser Energiesystem von Öl- und Gasimporten ist.
Die Solarparks erzeugen lokal grünen Strom zu konkurrenzfähigen Preisen und leisten deshalb einen zentralen Beitrag zur Unabhängigkeit unseres Energiesystems. Damit sorgen erneuerbare Energien bereits heute für niedrigere Strompreise.

Lokale Wertschöpfung vor Ort

Lokale Wertschöpfung vor OrtBei Planung, Bau und Betrieb unserer Solarparks setzen wir nach Möglichkeit auf die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen. Damit entsteht für die lokale Wirtschaft die Möglichkeit, an dem Solarenergieprojekt nicht nur mitzuwirken, sondern sogar von diesem zu profitieren.

Die Bauaufträge für den Solarpark Vorräzen und den Solarpark Katzental wurden öffentlich europaweit ausgeschrieben. Um so mehr freut es uns, dass sich mit solarcomplex ein regionales Bügerunternehmen im Wettbewerb durchgesetzt hat. So bleibt ein Auftrag mit einer Bausumme von gut 10 Millionen Euro Brutto in der Nachbarschaft und trägt zu Wertschöpfung in der Region bei. Ein weiterer Auftrag, nämlich der für die Lieferung einer komlexen Strom-Übergabestation für den Solarpark Katzental im Wert von mehreren hunderttausend Euro, hat mit der Firma Georg Vetter e.K. aus Hüfingen ebenfalls ein Unternehmen aus dem näheren Umfeld für sich entschieden.  Auch die Wartung wurde im Wettbewerb für die ersten fünf Jahre an solarcomplex vergeben. Das sichert über den Bau hinaus Arbeit für Servicetechniker und Energiefachleute vor Ort.

Zuletzt sind wir nach zahlreichen Gesprächen mit verschiedensten Banken und Kreditinstituten bei der Finanzierung des Projekts beim überzeugendsten Angebot und damit  regional verwurzelt bei der Sparkasse Engen-Gottmadingen geblieben.